5 Gründe Kooperationsanfragen auszuschlagen [Blogtalk]

Ab und an erhalte ich Kooperationsfragen. Selten nehme ich sie an 1. Ich finde, dass wir immer aggressiver von Werbung umgeben sind. Jede erdenkliche Marktlücke wird erschlossen, wie ein Seitenarm eines Flusses, um noch mehr Gold zu schürfen. Dass einer dieser Seitenarme auch die Blogs sind ist keine brandheiße Neuigkeit mehr, dennoch möchte ich ein paar Worte dazu verlieren.

Kooperationsanfragen an sich

Vor ein paar Monaten habe ich noch mehr Kooperationsanfragen erhalten. Gewissenhaft habe ich immer mit einer höflichen ja-danke-aber-nein Mail geantwortet. Dann wurden die Anfragen weniger. Ich habe mal in einem anderen Blog gelesen, dass es immer schwerer würde vom Bloggen zu leben, dass die Kooperationen weniger und weniger lohnenswert werden würden. Dazu kann ich nun nichts sagen. Aber vielleicht hat auch das etwas damit zu tun, dass die Anfragen weniger werden. Irgendwann hat man halt einfach schon den hundertsten Blogeintrag zu Fotoprodukten diverser Online-Druckereien gelesen.

Man hat mich sogar in ein Netzwerk eingetragen und meinte man würde immer wieder auf mich zurück kommen. Nachdem ich wiederholte, was ich schon beim Erstkontakt sagte -, dass ich nur zum Blog passende Produkte vorstellen würde – folgte das Schweigen.

Eine neue Anfrage

Vor kurzem habe ich jedoch eine neue Kooperationsanfrage 2 erhalten. Kurzum sollte ich im Blog schreiben, warum man ein Buch unbedingt lesen soll – wohlgemerkt ohne es zuvor selbst gelesen zu haben. Die Entlohnung soll ein E-Book sein. Blitzdeal des Tages: Werbung gegen E-Book.

Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich wegen dieser Anfrage meine Fassung verloren hätte oder mich sonderlich geärgert habe. Es hat mich einfach nur beschäftigt. Dinge, die mich beschäftigen, berede ich immer gerne mit meinem Freund. Er hat den nüchternen Blick eines Informatikers und antwortete: „Ich würde Feedback in Form eines Beitrags geben und über die dreiste Anfrage berichten bigsmile “ Gefolgt von: „gibt sicher genug die das machen nur um das Buch zu bekommen bigsmile  und es auch nicht als Werbung Kennzeichnen

Ein bisschen Google hier und Google dort ergab: Recht hat er.

Was mich daran so irritiert ist die Tatsache, dass ich bisher nur positive Erfahrung in Zusammenhang mit Verlagen gemacht habe. So ein offensives Vorgehen kannte ich nicht . Ich frage mich, ob das jetzt die neue Methode wird? Hoffentlich nicht.

Meine Gründe eine Kooperationsfrage abzulehnen

1. Das Produkt passt nicht zum Blog.

Dadurch, dass ich keinen Fashion-Blog und auch keinen Blog, der sich auf Produktteste spezialisiert, passiert das eigentlich sehr schnell.

Es ist wichtig, dass die Produkte zum Blog passen, da sie ganz grundlegend nur so einen Nutzen für meine Leser haben können. Natürlich gibt es immer Ausnahmen und Schlupfwinkel. Aber wie komisch wäre es, wenn ich hier plötzlich die neueste Modeschmuckkollektion vorstellen würde? Es würde sich einfach nicht richtig anfühlen.

2. Das Produkt interessiert mich aktuell nicht.

Manchmal hat man so ein Gefühl. Es wird auch Bauchgefühl genannt. Und wenn es diesbezüglich eine Regel gibt, dann diese: Der Bauch hat immer recht. Wenn keine Abhängigkeit (Blog als Einnahmequelle) besteht, dann muss man sich ja auch nicht für etwas verbiegen, auf das man aktuell keine Lust hat, oder?

3. Kein Mehrwert für die Leser/-innen des Blogs.

Dieser Punkt deckt sich ein wenig mit dem ersten. Allerdings kann ein Produkt ja einen Mehrwert für deine Blogleser haben, obwohl es nicht primär zu den Themen des Blogs passt. Beispielsweise wenn es sich um ein wirklich gutes Projekt handelt, das hinter dem Produkt steht.

4. Die Firma dahinter ist unsympathisch.

Einmal gibt es ja den Spruch: „Der Ton macht die Musik“ – wenn die Anfrage oder die Antwort auf deine Anfrage schon nicht besonders nett klingt, würde ich es auch sein lassen. Der Umgangston ist meiner Meinung nach einfach zu wichtig, um hier andere Dinge höher zu stellen.

Und dann gibt es da doch etwas, das man höher stellen kann: Wie nachhaltig geht die Firma mit den Ressourcen Umwelt und Mitarbeiter um, wie freundlich tritt sie im Internet auf, usw. ? Solche Recherchen dauern gar nicht lang, gehören für mich aber dazu.

5. Das Verhältnis Nutzen/Kosten stimmt nicht.

Das ist natürlich wieder sehr individuell. Bestimmt setzt da jeder andere Maßstäbe. Aber bei der oben beschriebenen Kooperationsanfrage stimmte dieses Verhältnis ganz bestimmt nicht.

Du bist BloggerIn? – Was sind denn deine Gründe, Kooperationsfragen auszuschlagen?
Oder gehst du gar keine Kooperationen ein?

 

  1. Genaugenommen habe ich bisher nur eine Anfrage angenommen – die von Hahnemühle :)
  2. Bitte keine Fragen, von wem die Rede ist!

Melanie

Farben, die sich zu Bildern fügen - das ist meine Leidschaft. Illustration, Malerei oder Fotografie, aber auch die Natur, Bücher und Tee gehören zu den Dingen, die mich bewegen.

12 Comments

  1. Hach, dein Beitrag hat mich ausm Bett geholt (Aufn Handy kommentiert es sich so schlecht)
    So einen Beitrag möchte ich schon lange auch schreiben, aber die Muse macht noch Urlaub!

    Was ich ganz wichtig finde: Die Kooperation muss zum Blog passen! Ich hab zwar die Philosophie „Mein Blog bin ich“, aber er zeigt nur einen Teil von mir. So hatte ich eine Anfrage ein eBook über Laufschuhe vorzustellen: Ich gehe seit vier Monaten wieder regelmäßig laufen, es hätte gepasst. Auf meinem Blog steht aber kein Wörtchen davon, es passt also nicht.

    ;)

    • So ein tolles Kompliment <3 (Dass du extra zum Kommentieren an einem Sonntag das Bett verlassen hast, das ehrt mich schon. Dankeschön!)

      Die Muse macht oft pause. Das kenne ich. auch künstlerisch. Aktuell habe ich vor allem Anlaufschwierigkeiten. Das ist sehr anstrengend. Bin dann quengelig und genervt. Aber wenn dann mal was weiter geht, bin ich doch recht happy. Naja ..

      Dein Beispiel finde ich super passend!! :) Manchmal passen auch Dinge, die zur Person passen eben nicht zum Blog.

  2. Als Weltenbau-, Bücher- und Autorenbloggerin erhalte ich im Moment nur Kooperationsanfragen zu Büchern.
    Und davon manchmal so viele, dass ich explizit in meinem Buchblog schreibe, wann ich welche annehme, wann nicht und mit welchen Genres man mich bitte gar nicht erst fragen soll, ob ich möchte.
    Dennoch erreichen mich gelegentlich dummdreiste Mails. Einmal „Kauf mein Buch und mach Werbung für mich, ich verlinke dich dafür“. Ähm, nein? Und einmal „Ich fordere eine literarische Besprechung auf Ihrem Blog. Hier ist mein eBook im Anhang. Es ist Band 2. Wollt ihr Band 1 auch dazu? Könnt ihr gratis kriegen. Wollt ihr die Bücher als Printversion? Ich mache euch einen Gutschein. Aber rezensiert mich gefällgst!“
    Ich habe gar nicht erst geantwortet, das geht gar nicht :O
    Also nein, weniger Anfragen eher nicht ^^

  3. Eine schöne Zusammenfassung.
    Ich habe bisher genau zwei Anfragen für Kooperationen erhalten. Vermutlich ist mein Blog zu klein und bietet nicht das Umfeld, in dem sich die meisten Firmen gerne sehen möchten.
    Angenommen habe ich keine – aus genau den Gründen, die Du oben anführst.
    Einen Testbericht oder ähnliches würde ich nur schreiben, wenn mich das Produkt wirklich interessiert und mich begeistern kann. Oder es ist so scheiße, dass ich eben genau das der Welt mitteilen möchte.

    • Ich glaube ohnehin, dass die meisten Kooperationen im Bereich von Fashion- und Lifestyle-Blogs stattfinden und dass diese auch von mehr Nicht-Bloggern gelesen werden, als Sparten-Blogs .. weswegen da Kooperationen an sich lukrativer sind.

  4. Hey,
    ein wirklich toller Blog-Artikel!

    Ich persönlich nehme selber selten solche Anfragen an, wenn ich mal welche bekomme.
    Wenn ich ehrlich bin, dann nehme ich lieber gar keine Anfragen an, weil ich irgendwie total dagegen bin, gezwungen zu werden Werbung zu machen. Natürlich bekommt man eine Gegenleistung aber in vielen Fällen stimmt diese einfach nicht.

    Ich möchte auch einfach ungern meine Artikel oder allgemein meinen Blog, mit Werbung bombardieren. Natürlich nehme ich wiederum gerne solche Anfragen an, wenn ich einen großen Nutzen für meine Leser sehe. Dieser „Nutzen“ jedoch, ist selten vorhanden.

    Besonders lustig sind ja solche Anfragen, wo man ein Produkt geschenkt bekommt, wenn man einen Artikel darüber geschrieben hat. Also, man kennt das Produkt nicht, dennoch soll man darüber was schreiben. Man kriegt also die ganzen Infos zugeschickt, somit wird einem vorgeschrieben was man schreiben soll. Als Gegenleistung bekommt man dies dann kostenlos zugeschickt. Habe ich auch schon öfters gehabt. Solche Anfragen lese ich mir nicht mal bis zum Ende durch, werden sofort gelöscht und ignoriert.

    Aber im allgemeinen halte ich lieber Abstand von solchen Kooperationen. Wenn ich was bewerte, was bei mir sowieso meistens nur Bücher oder auch Games sind, dann kaufe ich mir das lieber selbst. Vor allem Bücher, weil ich somit den Autor doppelt unterstützt habe. Dies gilt auch für Games, ich unterstütze da lieber die Entwickler und zahle dafür, als mich damit beschenken zu lassen um dann auch noch großartig Werbung machen zu müssen. Da bleibe ich lieber ohne Kooperations-Partner :D

    LG
    Dennis // Shukon

    • Ja, diese Anfragen wo man ein Produkt erst bekommt, wenn man dafür Werbung macht, finde ich ziemlich daneben. Das ist ja nochmal was anderes, als wie eine Rezension, die ja auch mal schlechter ausfallen kann..

      Ich muss gestehen, dass ich mir so gut wie nie Bücher kaufe. Die meisten borge ich mir in der Bücherei aus. Mir fehlt da einfach das nötige Kleingeld (20€ sind ja nicht wenig ..). Bei den meisten ausgeborgten bin ich dann nicht motiviert genug eine Rezension zu schreiben. Aber bald! :D

    • Hey Dennis!

      Mir vorschreiben lassen was ich über ein Produkt zu berichten habe, würde ich mir auch nicht!
      Ich muss ja auch kennen, über was ich da schreiben soll.

      Solche Mails habe ich bislang auch noch nicht gehabt. Nur einmal sollte mir ein Produkt 1 Monat zum Testen gegeben werden und da habe ich direkt gesagt „Ganz oder gar nicht“.

      Außerdem ist es mir sehr wichtig, trotz geschenktem Testmaterial, immer meine ehrliche Meinung zu schreiben. Also wenn mir was nicht passt, dann schreib ich das auch.

      LG
      Steffi

  5. Du sprichst mir aus dem Blogger-Herz.
    Mein Blog ist klein und trotzdem erreichen mich die interessantesten Kooperations-Anfragen. Oder eher kurioses. Wie man es sieht. Wie Du verfahre ich auch: wenn es zu mir UND dem Blog passt, auch das Drumherum, kann man das gerne machen. Für mich ist allerdings immer eine genaue Kennzeichnung wichtig – auch beim Lesen in anderen Blogs.
    Bisher habe ich nur zu einer Koorperation Artikel veröffentlicht – Auch bei mir war es Hahnemühle (darüber landete ich auch irgendwann bei Dir *g*). Der Kontakt war professionel und sehr persönlich. Das hat mir sehr gut gefallen. Wenn das mit anderen ähnlich laufen würde, könnte ich mir auch weitere „Produkttests“ vorstellen. Ansonsten bleibt es wie es ist. Ich meinem Blog stelle ich meine Arbeiten und meine Materialien vor. Nix geschöntes, eben meine Meinung dazu. Schön, dass ich damit nicht allein bin!

  6. Hallo Melanie,

    ich finde es gut, dass du deinen Prinzipien treu bist!
    Man muss wirklich nicht alles mit nehmen, was vielleicht Geld oder Geschenke einbringt, wenn es doch nicht zum Konzept der eigenen Seite passt.

    Ich habe auch schon so manche Anfragen oder lohnende Angebote ausgeschlagen, weil sie einfach nicht zu meiner Seite passen und keinen echten Mehrwert für meine Besucher bieten.

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