Fee im Wald

Vor ein paar Monaten – es war tatsächlich noch Frühlung – hat mich Uschi, eine langjährige Freundin aus Wien, hier besucht. Wir haben zusammen gequatscht, waren im Münchner Zoo und haben unter anderem auch Fotos in der Natur gemacht. Heute kann ich endlich zwei der Fotos zeigen und ein bisschen darüber reden, warum manches Mal die Dinge eine längere Pause brauchen.

Als ich nach Landshut gezogen bin und kurz darauf mein Vater starb, ging mit ihm ein Teil meiner Begeisterung für die Fotografie. Nicht, dass ich mir nicht mehr gern Fotos anderer Leute angeschaut habe. Ich habe auch selbst noch gerne fotografiert – aber wesentlich weniger oft, wesentlich weniger begeistert und vor allem mit viel weniger Elan als in den Jahren zuvor und das obwohl ich viele Objektive und auch Kamera-Bodies von meinem Vater geerbt hatte, der kurz vor seinem Tod auf dasselbe System umgestiegen war wie ich. Das war 2012.

Ich gab Landshut die Schuld. Die Kleinstadt sei uninspirierend, spießig und voller langweiliger Leute, die keine Lust auf kreative Projekte hätten (sorry an alle Landshuter, niemand muss sich hier angesprochen fühlen!). Manches sehe ich heute immer noch so, aber psst!  Dann kam die Phase, in der mich Bildearbeitung absolut nervte. Vieles war einfach nur Ausrederei. Aber manche Ausreden sind eine Zeit lang okay.

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Das Fotografieren habe ich von meinem Vater. Meine ersten Fotos sind analog entstanden und hatten noch den Charme alter Filme mit ihrer Körnung. Übrigens inklusive Datums-Stempel rechts unten! Kennt den noch jemand?

This is all we have, this is all we want

This is all we have, this is all we want

 

Melanie

Farben, die sich zu Bildern fügen - das ist meine Leidschaft. Illustration, Malerei oder Fotografie, aber auch die Natur, Bücher und Tee gehören zu den Dingen, die mich bewegen.

8 Comments

  1. Ein kurzer Text und doch hat es mich sehr berührt.
    Mein Beileid!

    Irgendwie finde ich mich selbst in deinem Text wieder. Ich weiß nicht wieso, denn sowas hat mich noch nicht ereilt. Aber von guten Familieren Umständen kann ich auch nicht sprechen…
    Ein Stück von deinem Vater lebt weiter in dir und er hat dir nicht nur sein Equipment hinterlassen, sonder seine Leidenschaft zum Fotografieren. Danke dass du so einen kleinen und doch sehr persönlichen Einblick in deine Welt gibst.
    Ich finde die Fotos sehr schön, vor allem das Letzte. Es ist magisch!

  2. Schön, dass du den Weg dorthin zurückgefunden hast und dass dein Vater dir so ein wunderbares Hobby mitgeben konnte…die Fotos sind wirklich schön

  3. ich habe mich eigentlich schon immer gefragt, woran es wohl gelegen haben mag, dass die fotografie bei dir so in den hintergrund getreten ist. ich freu mich immer sehr, wenn du die kamera in die hand nimmst und hier fotos zeigst, aber ich verstehe, dass bei so einem bezug auch der eigene zugang dazu verändert wird.
    ganz egoistisch hoffe ich jedoch, dass deine begeisterung irgendwann wieder zurückkehrt.
    solche bilder habe ich übrigens auch noch. ein paar :)

    • Verstummt ist die Begeisterung natürlich nie .. aber es ist anders geworden, ja. Ich glaube aber schon, dass ich irgendwann wieder mehr fotografieren werde. Zumindest in Berlin habe ich Unmengen Fotos gemacht.. :D

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