Gendergerecht Bloggen? [Blogtalk]

Einigen ist vielleicht aufgefallen, dass ich versuche geschlechtergerecht zu schreiben. Diese Veränderung hängt ein wenig mit meinem vergangenem Praktikum zusammen und einigen Diskursen, die mich bewegt haben. Am Ende befindet sich eine Umfrage.

Diesen Beitrag hatte ich schon vor einem halben Jahr geplant, ein wenig daran geschrieben und dann wieder verworfen. So ist das – manchmal ist nicht der richtige Zeitpunkt. Als ich die Kommentare zu Jannekes Artikel „Mini Blog Booster #7“ (übrigens eine tolle Artikelreihe!) gelsen habe, bin ich auf eine Diskussion zum Thema geschlechtsneutraler Sprache gestoßen. Da fiel er mir wieder ein. Dieser Artikel.

Meine eigene Position

Für mich war geschlechtersensible Sprache bisher ein notwendiges Übel, das ich für wissenschaftliche Arbeiten in Kauf genommen habe. Eigentlich dachte ich immer: „Geschlechtergerechtes Schreiben wird nichts an der Ungleichberechtigung ändern.“ Die Sprachreform an der Uni Leipzig fand ich sogar ziemlich lächerlich. Offen gestanden habe ich diesbezüglich bis heute noch keine klare Position.

Es ist tatsächlich weniger meine Einstellung zur Sinnhaftigkeit der geschlechtergerechten Sprache, die sich geändert hat. Denn ganz sicher wird diese nicht dafür sorgen, dass Frauen öfter Führungspositionen einnehmen, gleich viel verdienen wie Männern oder andere Gleichberechtigungen erfahren. Ich habe aber für mich aber erkannt, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob ich nur meine Leser anspreche oder auch meine Leserinnen. Wobei wir hier ja auch wieder nicht mehr zeitgemäß sind. Zeitgemäß wäre eine genderneutrale Schreibweise, die neben männlich und weiblich auch transgender & co. berücksichtigt.

Auf anderen Blogs ist mir geschlechtersensible Sprache bisher noch nicht aufgefallen. Das bewerte ich weder positiv, noch negativ. Letztlich hat sich an meiner Einstellung zur Priorität des Themas nichts geändert. Es ist eher eine Gefühls-Ebene, auf der sich meine Position geändert hat. Aber gerade deswegen finde ich das Thema super spannend und freue mich auf Rückmeldungen!

Frauen - das starke Geschlecht? (Quelle: gratisography.com)

Frauen – das starke Geschlecht? (Quelle: gratisography.com)

Geschlechtersensible Sprache im Blog

Gendergerecht Bloggen ist mehr als nur von Lesern und Leserinnen zu sprechen. Es ist auch eine Frage des Respekts. Es ist aber auch mühsam, geht nicht so leicht von „den Lippen“ und braucht deshalb mehr Zeit.

Ich habe im Internet den Leitfaden für gendergerechte Sprache der LMU gefunden. Dieses Dokument ist sehr hilfreich, denn die Tipps und Beispiele kann man auch auf Artikel im Blog übertragen.

Kurzum lässt sich das Paper so zusammenfassen:

1. Vermeiden von Rollenklischees und Stereotypen.

Ausdrücke wie z.B.: „Milchmädchenrechnung“ sollten eher vermieden werden.

2. Wenn möglich geschlechtsneutrale Schreibweise

Es sollten entweder beide Geschlechter genannt oder besser noch, falls möglich, die geschlechtsneutrale Schreibweise verwendet werden:

  • Bloggerin und Blogger, Studentinnen und Studenten
  • oder Bloggende, Studierende.

3. Unpersönliche Pronomen

Statt beispielsweise von Bloggerinnen und Bloggern zu schreiben, kann man auch über „Alle, die…“ oder „Diejenigen, die …“ schreiben.

4. Direkte Anrede

Schreib deine Leserinnen und Leser einfach direkt an, anstatt über sie zu schreiben. Das wirkt auch freundlicher.

5. Verben

Statt: Viele Bloggerinnen und Blogger schrieben über …
Besser: Viele bloggten über …

Sparschreibungen sind schwerer lesbar

Sparschreibungen wie „Blogger/-innen“ sollten möglichst nur verwendet werden, wenn Platz gespart werden muss.

Wenn dich das Thema interessiert, empfehle ich dir das ganze Paper zu lesen. Dort wird alles gut erklärt smile

Wie stehst du dazu?

Was ist deine Meinung?

Melanie

Farben, die sich zu Bildern fügen - das ist meine Leidschaft. Illustration, Malerei oder Fotografie, aber auch die Natur, Bücher und Tee gehören zu den Dingen, die mich bewegen.

16 Comments

  1. Das Börsenblatt hat kürzlich getwittert, dass BLOGGER ein englisches Wort ist, das im deutschen üblicherweise nicht zwingend flexiert wird.

    Ich verwende das Wort in seinem englischen Ursprung, ohne die Absicht zu diskriminieren, oder eine Wertung vorzunehmen.

    BLOGGER ist für mich also gender- und wertneutral verwendbar.

    • Ich glaube ich verstehe deine Argumentation..
      Allerdings würde es dann auch nur den Manager geben und keine Managerin? Ich persönlich fühle mich von „Blogger“ nicht unbedingt angesprochen..

  2. Das ist so ein Thema, was ich fast schon verachte.
    Also irgendwie fühle ich mich auch angesprochen, wenn die männliche Form verwendet wird. „Leser“ verbinde ich eher mit „Menschen, die lesen“ als mit „Männer, die lesen“.
    Jedenfalls finde ich es daher völlig unnötig, wenn man extra darauf achten soll, gendergerecht zu schreiben und diese ekligen „/-innen“-Dinger nerven mich fürchterlich, weil sie sich so schrecklich lesen lassen.
    Naja, schön, dass du dich trotzdem damit beschäftigst, obwohl dir das Thema ja auch eher weniger wichtig ist.

    Liebe Grüße

    • Ich glaube, wenn das Thema mir nicht irgendwie wichtig wäre, hätte ich keinen Blogeintrag dazu geschrieben :) Es ist eher so, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass es schon Menschen gibt, die sich daran sehr stören, nicht angesprochen zu werden. Klar sind das oft Feministen, mit denen man nicht immer auf einer Wellenlänge sein muss, aber andererseits ist es diese Menschengruppe, die schon viel bewegt hat und ich verstehe es gut, wenn hier die Sorge besteht, bereits erreichte Zwischenziele auf einem Weg zur Gleichbehandlung könnten von der jungen Generation nicht mitgetragen werden. Andererseits wird die Debatte zur Schreibweise teils ad Abdsurdum geführt und führt so letztlich am Ziel vorbei ..

  3. Das Thema ist heutzutage (leider?) kaum noch wegzudenken, daher finde ich es schön, dass du es ansprichst und erstmal reflektierst.

    Ich persönlich empfinde diese Korinthenkackerei als extrem nervtötent.
    In der deutschen Sprache gilt das generische Maskulinum für alle Menschen; Frauen, Tanssexuelle, Transgender, blablubb.
    Von selbst wäre ich niemals auf die Idee gekommen, mich mit „Leser“, „Studenten“oder „Blogger“ NICHT angesprochen zu fühlen. Alles zwangs-zu-„verinnen“ macht die Sprache meiner Ansicht nach nur unnötig lang und unheimlich anstrengend. Schon einmal was von „MarklerInnenbüros“ gehört? Gelesen in einem Brief einer Hochschule. Bekloppt, total bekloppt. Und wie du schreibst ist diese Form eigentlich viel diskriminierender, da hier eindeutig zwischen Männchen und Weibchen unterteilt wird. Dies ist beim generischen Maskulinum nicht der Fall.
    „Sollten Studenten wegen Schwangerschaft nicht am Seminar teilnehmen können,…“ Hier fühlt man sich als Frau natürlich sofort diskriminiert, weil ja nicht klar ist, dass nicht nur Männer, sondern auch Frauen gemeint sind! :D
    (Ist euch eigentlich aufgefallen, dass nie Beispiele wie „IdiotInnen“, „VolltrottelInnen“ oder „WeicheiChinnen“ vorkommen?)
    Unpersönliche Pronomen sind da die beste, wenn meiner Meinung nach auch unnötige, Alternative.

    Rollenklischees verwende ich ehrlich gesagt wie ich lustig bin. Eine Milchmädchenrechnung kann auch von einem Mann kommen. Ebenso wie ich gerne „typisch Mann/Frau“ sage. Jedem halbwegs vernünftigen Menschen ist klar, dass dies nicht auf alle, sondern diesen Einzelfall bezogen ist. Aber ich darf das ja auch. Ich bin schließlich eine Frau. ;D

    • Uiui .. Korinthenkackerei :D Also ich verstehe, dass man von der Diskussion genervt sein kann. Allerdings stimmt gleich mal dein erstes Argument nicht. Denn dann würde man traditionell stets vom Krankenbruder und Firsör reden. Aber gerade Krankenbruder hört sich ja einfach nur bescheuert an ;) Es hat geschichtliche Ursprünge, wie Sprache halt immer, aber gerade die Forderung nach einer geschlechtsneutralen Schreibweise zeigt ja, dass sich hier was geändert hat. Dass es nun auch z.B. Krankenpfleger gibt.
      Es ist trotzdem sehr anstrengend solche genderneutralen Texte zu lesen und zu schreiben. Bei wissenschaftlichen Arbeiten kommt man da ja eigentlich nicht mehr drum rum.

  4. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir das Thema bisher einfach nicht so wichtig war, beziehungsweise hat mich das Thema sogar regelrecht genervt, weil mich das krampfhafte Gendern einfach so stört! Ein „Schmankerl“ aus diesem Gender-Alltag: „Führer_innenschein“ – schon allein der Unterstrich ist nicht schön und dann einfach ganz normale Worte zu zerpflücken, finde ich einfach nicht sinngemäß!

    Die geschlechtsneutrale Schreibweise könnte ich akzeptieren, die finde ich auch vom Schreibstil her vertretbar. Aber wirklich nötig finde ich die auch nicht. Fühle mich als Frau eigentlich immer angesprochen, wenn ich sollte, zumindest denke ich das! ;)

    Und jetzt noch was anderes: Jetzt hab‘ ich es erst gecheckt, du bist ja das (eigentlich ja die^^) Flügelchen! Auf deinem Blog war ich früher ja eh öfter, nur irgendwie habe ich deine Namensänderung toootal versäumt, hihi ;)

    Liebe Grüße, Rebecca

    • Also das Wort „Führerschein“ ist ja aus mehreren Gründen historisch etwas .. bedenklich. Wenn ich so darüber nachdenke, fände ich es sinnvoll hier Wörter wie im Englichen zu verwenden: „driving licence“. So einfach ist das ja nun leider auch wieder nicht..
      Ich denke das auch .. dass ich mich angesprochen fühle. Aber wenn man genau drüber nachdenkt ist es doch so eine Sache.. ;) Letztlich denke ich, dass es ein Zeichen setzt, das man sich mit dem Thema befasst und wie in einem anderen Kommentar schon geschrieben finde ich es wichtig die Arbeit der Frauenbewegungen nicht mit Füßen zu treten, denn da gibt es schon noch viel zu tun…

      Haha, kein Problem :) Ich veröffentliche meine Bilder auch weiterhin noch unter Flügelchen. Ich wollte den Blog nur etwas eigenständiger halten, um mehr Freiheiten zu haben.

  5. Ich kann mich meinen Vorrednern (und -rednerinnen ;) ) nur anschließen. Egal ob doppelte Nennung oder Spartenschreibweise, beides empfinde ich eher als lästig. Und ich stelle mir die Frage, ob unsere Gesellschaft nicht noch andere Probleme hat, als sich über solche Fragen den Kopf zu zerbrechen.
    Wie du selbst schon in deinem Beitrag geschrieben hast, ändert sich dabei weder was an Gehaltsstrukturen, noch an Führungspositionen etc.

    Aufgrund meiner Studienwahl (2/3 Männer, 1/3 Frauen) und meiner Tätigkeit in der IT gibt es hier abgesehen von Ausnahmen immer entsprechende Tendenzen. Entwickler im Backend-Bereich oder von höheren Sprachen sind in der Mehrzahl eher Männer, im Frontend-Bereich dreht sich das Spiel. Im Projektmanagement gibt es beide Rollen, wobei ich immer einen leichten Überhang von Frauen festgestellt habe. – Nichts davon empfinde ich als schlimm. Man muss sich vielmehr im Team zusammenschließen und die gegenseitigen Stärken ausnutzen.

    Wenn wir Frauen weniger verdienen, liegt es wohl eher daran, dass wir uns nicht so gut verkaufen können, wie unsere männliche Kollegen – oder hier und da unser Licht auch mal „unter den Scheffel“ stellen. Doch das Selbstbewusstsein von Frauen baut man nicht auf, indem man jetzt auf besondere Schreibweisen achtet. Das fängt im Kindesalter an. Wenn kleine Mädchen alles in Pink bekommen und per Klischee eher die Puppen geschenkt bekommt, ist das für mich eher eine Diskriminierung, als die Schreibweise. Ich hatte zum Glück einen etwas jüngeren Bruder auf dessen Auto-Teppich ich genauso mitspielen konnte – manchmal haben wir aber auch zusammen unsere Kuscheltiere schlafen gelegt. Meine Güte – und ich denke, aus uns beiden sind ganz anständige Leute geworden.

    Was ich in der Wirtschaft viel schwieriger finde, ist das mangelnde Vertrauen in die Frauen. „Frauen werden schwanger und dann wollen sie sowieso nicht mehr (so viel) arbeiten.“ So lautet wohl das Klischee manch eines alteingesessenen Managers. Vielen Dank auch. Ich bin ganz anders aufgewachsen. Meine Eltern haben solange ich denken kann, immer beide gearbeitet. Doch scheinbar schlägt einem gerade in Westdeutschland da ein anderer Wind entgegen und auch die Frauen werden wohl zu diesem Klischee erzogen. Das habe ich mir früher nie träumen lassen, erlebe es nun aber langsam am eigenen Leib, weil ich einfach in das Alter gekommen bin, wo man halt irgendwann mal eine Familie gründet.

    Schon spannend, dass die Diskriminierung der Frauen so eng mit der „Familienfeindlichkeit“ unserer Gesellschaft verbunden ist…

    Und an all dem ändern Diskussionen über gendergerechtes Schreiben leider nichts. Ich bin daher stolz, Medieninformatiker zu sein. Ganz genderneutral. ;)

    • Was ich wichtig und spannend finde an der Diskussion ist, dass es letztlich doch wieder um die Diskriminierung der Frau geht, die Ungleichverteilung von Arbeitsplätzen usw. Und so gesehen kann man sich ja eigentlich nicht genug über das Thema ärgern, wenn dann so etwas Wichtiges wieder in’s Gedächtnis rückt. Und genau deshalb frage ich mich auch, was es unter Umständen für die Gesellschaft bedeutet, wenn solche Themen wieder in den Hintergrund rücken.

      Leider, leider, ist es nicht so, dass Frauen weniger verdienen, weil sie sich zu blöd anstellen (oder wie du schreibst: sich unter den Scheffel stellen), vielmehr bekommen sogar richtig toughe Frauen in leitenden Positionen etwa 20% (!) weniger Gehalt, als ihre männlichen Kollegen. Selbe Position, selbe Aufgaben, weniger Geld. Und dann heißt es wieder: die Frau steht ja mitunter 5 Jahre daheim mit dem Kind am Herd. Richtig, aber (wie du ja sagst) ändert sich auch das mittlerweile. Und gesellschaftlich gesehen ist der Beitrag der Frau in Punkto Kinder-bekommen für die Gesellschaft von immenser Bedeutung. Denn ohne Kinder (die gesund erwachsen werden) sieht es mit den Moneten ja auch wieder schlecht aus (Nachwuchsarbeiter und so). Übrigens auch eines der großen Probleme unserer Gesellschaft, die immer älter wird.

      Und ich glaube ehrlich gesagt schon, dass man gerade bei der Berufsbezeichnung in sonst klassisch männderdominaten Berufen zumindest ein Bewusstsein dafür schafft, dass hier auch Frauen erfolgreich arbeiten können. Das ist eine sehr subtile unterbewusste Botschaft. Wenn man als kleines Kind nur vom „Arzt“, „Manager“ und „Architekten“ und von der „Frisörin“, „Bürofau“ und „Erzieherin“ hört (Playmobil, Lego und Co. setzen da drauf), dann wird man als Kind sehr lange so geprägt, dass der eine Beruf für Männer und der andere für Frauen ist. Natürlich ändern sich diese Perspektiven irgendwann, aber wie du sagst – das Meiste fängt im Kindesalter an.

      • Zum Thema Gehalt: Ich weiß, dass ich mich definitiv schlechter verkaufe, als männliche Kollegen. Diese Erfahrung habe ich schon ein paar Mal gemacht. Da ich jetzt Tarifgebunden mit Zulage arbeite, komme ich da eigentlich ganz gut weg.
        Lustig ist, dass du schreibst, dass sich das mit dem am Herd stehen „gerade ändert“. Aus meiner Perspektive (Blick auf meine Familie und Familie meines Mannes) bin ich da eigentlich schon die 2. Generation, teils gar 3. Generation, wo genau das Thema „Frau gehört hinter den Herd“ nicht im Kopf eingebrannt ist. Vielleicht ecke ich als „im Osten aufgewachsene“ deswegen im Westen an. ;)

        Und ja, man darf sich natürlich darüber ärgern. Mein Hauptärgernis ist dabei allerdings eher die Bildungspolitik (bei der man ja auch fleißig spart) und die Erziehung der nächsten Generationen. Alten Hunden bringt man das Bellen halt nicht mehr bei. Aber irgendwann sind wir an der Reihe und dann haben wir die Chance, es besser zu machen.

  6. Ich muss gestehen, dass ich selbst das Thema sehr vernachlässige. Dabei finde ich gendergerechte Sprache gut und wichtig. Ich versuche zukünftig mehr darauf zu achten, ob ich Möglichkeiten finde, diese Form in Texten anzuwenden, ohne den Lesefluss zu sehr zu stören.

  7. ich bin auf dieses thema uni-bedingt auch natürlich irgendwo sensibilisiert worden. ich verurteile es nicht grundsätzlich, finde aber, dass es einfach absurde ausmaße angenommen hat. ich erinnere mich noch an eine diskussion vor vielen jahren, als in der steiermark eine frau die wahl zum landeshauptmann gewonnen hat und dann immer wieder von „landeshauptmännin“ gesprochen wurde – sowas ist natürlich kompletter schwachsinn. also ich denke, dass man an das thema einfach mit logik und hausverstand herangehen kann und soll. wenn es ein wort gibt, das ein nicht-neutrales durch ein neutrales ersetzt, dann kann man das ruhig verwenden (studierende statt studentInnen). ich bin aber ein absoluter gegner von binnen I (habe auch schon gehört, dass man das aufgrund der phallischen Form ohnehin nicht gutheißt, oh my) und sonstigen -innen-formen, denn in meinen augen geht es in einem text vorrangig dennoch um die lesbarkeit und die darf darunter halt auch nciht leiden. begrifflichkeiten wie das neutrale „man“ immer durch „mensch“ zu ersetzen, finde ich einfach nur anstrengend und lächerlich, da das eine ja mit dem anderen ncihts zu tun hat.

    ich persönlich habe da keine probleme, mich als „leser“ oder „blogger“ angesprochen zu fühlen und achte glaube in meiner art zu schreiben da nicht übermäßig viel drauf, wobei unbewusst sicher wörter ausgetauscht und ersetzt wurden (zb schreibe ich oft liebe community, liebe follower, etc – was diese problematik ausschließt).

    bei der transgender-thematik würde ich ja gern mal mit einer betroffenen person reden. ich dachte eigentlich immer, dass sich diese menschen ja dennoch als mann oder frau sehen, wenn auch nicht als das, was sie körperlich sind – darum verstehe ich da nicht ganz, warum die personen gesondert angesprochen werden müssten.

  8. Sehr interessantes Thema! Ich persönlich finde allerdings nicht, dass die männliche Schreibweise automatisch die weibliche Seite ausgrenzt und fühle mich z.B. mit „Blogger“ sehr wohl angesprochen. Aber das ist ja von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Eine ganz furchtbare Sprachvergewaltigung ist für mich „StudentInnen“ und „BloggerInnen“. Furchtbar – bei sowas klicke ich ganz schnell weg und bin nicht bereit, da weiterzulesen. Da ist mit eine geschlechterneutrale Schreibweise, wie von dir vorgeschlagen, doch deutlich lieber!

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