Kritikfähigkeit ist gekoppelt mit der eigenen Meinung

Manchmal (eigentlich häufig) zweifle ich an unserer schon überreif aufgeklärten Gesellschaft. In den Bildungseinrichtungen soll(te) Meinungsfreiheit gelehrt werden und die Fähigkeit ansprechende Diskussionen zu führen. Stattdessen fließt und plätschert der Bach des Konsums ruhig vor sich hin und wirkt in seiner Breite uferlos. Ähnlich einem Meer, welches eine Öldecke in den schönsten Farben schillern lässt.

Jenes Öl wirkt bedrohlich, wie in einem Alptraum. Doch gleich einem schlechten Traum verschwindet der Gedanke daran schnell und bald ist die Öldecke das Normalste auf der Welt. Die toten Meeresbewohner interessieren niemanden – schließlich wird der Fisch nicht mehr als Fisch, sondern als rechteckiges „Stäbchen“ und unser Vieh (Rind, Ferkel) nicht mehr als saftigen Braten mit Gesicht und allem, sondern als Schnittwurst/“Nuggets“ gegessen. Nugget = Goldklumpen. Du bist, was du isst – warum scheißen wir nicht heute schon Gold?

Unlängst habe ich mit Interesse Natalies Blogeintrag zum Thema „Negative Kommentare werden direkt gelöscht“ gelesen. Sie beschreibt ein relativ häufiges Phänomen: Man darf im Gottes Willen und verdammt noch mal nichts Negatives sagen! Besonders bei dem größten Teil der jungen Foto- und Fashionblogs. Da kauft „sich“ jemand (13 J) eine Spiegelreflex, liest irgendwo, dass das 50mm/1.8 billig und toll sei – und nennt sich gleich vor seinem ersten „Shooting“ (= mit Freunden im Feld nebenan) Fotografin. Ab dem Moment ist es absolut verboten die eigene Meinung kund zu tun. Ausführliche Kritik wird gelöscht und nach 10 „Wow ♥!“-Kommentaren wird blasphemisch das nächste Kreuz mit einer Hamsa-Kette kombiniert und allen Göttern gedankt, weil man erfolgreich ist.

Wenn man also hergeht und feststellt, dass man irgendwann genervt ist auf JEDEM BLOG einen komplett zusammenhangslosen Werbe-Kommentar lesen zu müssen (beide Seiten schuld, ja!) und dies beim Werber kund tut – gelöscht. Have fun, bitches.

Wagt ihr es zu kritisieren? Oder mögt ihr selbst (keine) Kritik?
Wie reagiert ihr auf – subjektiv – unangemessene Kritik?
Sagt ihr eure Meinung – auch wenn ihr nicht explizit danach gefragt wurdet?

Ich finde es verdammt gut, wenn Leute ihre Meinung kund tun – sei sie positiv oder negativ – und finde, dass dies viel zu selten geschieht. Nicht umsonst reagieren viel zu viele Menschen aggressiv, wenn ihnen doch mal jemand die Meinung sagt .. und das einfach vollkommen unbegründet. Die Fähigkeit zu diskutieren und auch schwierige Diskussionen (etwa mit aggressiven, streitlustigen Diskussionspartnern) gelassen zu beenden rechne ich hoch an.

Dieser Beitrag wurde am 21. Juni 2015 um 22:48 aktualisiert

Melanie

Farben, die sich zu Bildern fügen - das ist meine Leidschaft. Illustration, Malerei oder Fotografie, aber auch die Natur, Bücher und Tee gehören zu den Dingen, die mich bewegen.

27 Comments

  1. Gutes Thema! Ich hatte da letztens auch eine frustrierende Begegnung. Ein junger Fotograf (ich hänge mich an der Bezeichnung nicht auf, soll sich jeder nennen wie er will, ich mag die Bezeichung „Fotomensch“ :D) mit Blog. Einigen netten Bildern (mit Freunden auf dem Feld nebenan, aber was solls sie waren ganz gut) und einigen wo es an ein paar Stellen meiner Meinung nach haperte. Ich fange also an fröhlich zu kommentieren – denn ich gehöre zu der Sorte, die meine Meinung sagt, auch wenn nicht explizit danach gefragt wurde. Wer Bilder ins Internet stellt muss – so sehe ich das – explizit sagen, wenn er KEINE Kritik möchte. Ich gehe da nämlich einfach von mir aus: Hobbyfotograf möchte sich gerne verbessern, ist dankbar für jede Kritik (auch wenn ich natürlich oft erstmal schlucken muss, vielleicht auch kurz beleidigt bin, oder die Sache einfach anders sehe und meinen Standpunkt dann ggf auch verteidige. Aber am Ende hilft einem Kritik doch weiter – einfach auch weil man eine andere Sicht auf die Dinge bekommt, ob man sie nun bestätigt oder nicht).

    Also. Ich kommentiere. Zwei Artikel werden fast durchweg gelobt. Bei einem Artikel mit 2-4 Bildern, habe ich an einem Bild etwas auszusetzen. Ich erkenne den Reiz des Motivs und erwähne diesen positiven Punkt bevor ich zur Kritik übergehe – begründe warum dies oder jenes meiner Meinung nach ungünstig ist und was besser gewesen wäre.

    Und whoa! – Nachdem eine Reaktion auf meine rein lobenden Kommentare völlig vernachlässigt wurde, wurde ich hier regelrecht „attackiert“: Nicht mal von dem Blogger selbst (der sich nur verteidigte mit „die Umstände waren halt so“ – was ich übrigens eine absolut blöde Rechtfertigung finde. Natürlich sind die Umstände manchmal schwierig, aber das ändert ja nichts daran, dass mir ein Bild nicht gefällt. In dem Moment bin ich ja nicht Fotografenkumpel sondern nur Betrachter – und einem Hinweis auf die Wow-Kommentare der „reizenden Damen“ vor ihm), sondern von den Kumpels: Ich würde „grundlos kritisieren“ und sollte mir vorher wenigstens einen „normalen Nick ausdenken“ .. Der Blogger mache das ja auch gar nicht kommerziell, also müsse nicht jedes Bild durchdacht sein, das sei ja auch gar kein Fehler, und ich hätte gar keine Tipps gegeben sondern nur „gemeckert“
    Ja – da die Bilder ja ansonsten sehr gut waren, hatte ich halt angenommen ich muss nicht vorher erklären wo an der Kamera man die Blende verstellen kann sondern nur erwähnt, dass der Hintergrund zu unruhig wird durch erkennbare Strukturen o.o

    Na ja also das war jetzt eine negative Erfahrung in Sachen Kritik und es gab auch noch mehr (z.B. Leute die einfach immer und immer wieder stur sagen „muss so“ oder „war nicht anders zu machen“) aber da es auch genug positive Erfahrungen gibt (Auseinandersetzung mit Kritik, eine interessante Diskussion, ein Annehmen der Kritik fürs nächste mal… all das) und weil ich hoffe so auch etwas „zurück zu bekommen“ mach ich einfach weiter :D

    • Ich finde es auch sehr schade, wenn Leute Kritik persönlich nehmen und sich angegriffen fühlen – besonders wenn man sich extreme Mühe gibt und wirklich auch konstruktive Tipps gibt. Aber es kann halt einfach nicht jeder damit umgehen. Ich tue mir auch nicht immer leicht mit Kritik. Wenn ich merke, dass ich mich dadurch leicht angegriffen fühle, dann nutze ich die Gunst des Internets und warte halt einfach mal 1-2 Tage. Danach sieht es meistens ganz anders aus.

      Das Beste was mir passiert ist, war als ich am Ende einer Diskussion mit einer „herzlichen Person“ (von sich selber behauptend) an den Kopf geworfen bekommen habe „du bist ja Christin“. Einfach so in den Raum hinein. Vollkommen ohne Zusammenhang. Der Witz daran ist, dass ich mit Religion relativ wenig am Hut habe und nichtmal getauft bin, insofern konnte ich darüber nur schmunzeln. Es gibt komische Leute auf dieser Welt und ich möchte gar nicht wissen, was man erlebt haben muss (oder wie beeinflussbar man sein muss!! es handelte sich um eine neo-esoterikerin), um alle Menschen so konsequent in Schubladen stecken zu können und Christen per se als „schlecht“ ab zu tun.

      Im Kreativ-Bereich ist es einfach immer wieder spannend, wie konsequent sich manche Gestalten gegen Prozess und Entwicklung währen und wie ein Fels in der Brandung auf ihrer Meinung beharren bzw. ihrem „Können“.
      Unglaublich schade. Wir könnten so viel voneinander lernen.

  2. Gutes Thema! Ich persönlich liebe ausführliche Kritik, die zeigt, dass der Kritiker sich aufrichtig Gedanken gemacht hat. Dies bedeutet, dass ich in seinem Text keine Verallgemeinerung finde, die seine Meinung für alle gültig zu machen sucht. Dies bedeutet, dass der Text sachlich bleibt und keine Beleidigungen enthält. Sonst ist es für mich keine ernstzunehmende Kritik.

    Anders muss ich aber auch zugeben, dass die Annahme von Kritik bei mir ein bisschen abhängig von meiner Tagesform ist. Besonders wenn ich gestresst bin, bekomme ich schnell mal was in den falschen Hals. Dass manche Leute das stört, kann ich verstehen – ich halte aber jene für wahre Goldstücke, die die Geduld aufbringen, mich über das Missverständnis aufzuklären, sodass ich mich ganz arg peinlich berührt, aber eben aufrichtig, entschuldigen kann.

    Früher habe ich im Internet gerne unaufgefordert kritisiert, besonders in Foto- und Schreibforen. Hat keinen Spaß gemacht. Ich stimme besonders einem Kommentar aus dem von dir verlinkten Blogeintrag zu – manch einer, der im Internet veröffentlicht, scheint nur positives Feedback zu wollen. Alles andere ist für ihn nur lästig. Dann wurden Entschuldigungen gesucht, plötzlich weniger kommentiert bei meinen Werken, bei anderen Anlässen angebunden und eingeschnappt reagiert.
    Manchmal kam ich mir vor wie ein Idiot, dass ich mich für ausführliche Kritik BEDANKT habe, ehe ich Punkt für Punkt auf sie einging – und im Gegenzug kein Dankeschön und/oder ausführliche Antwort bekam.

    • Ich finde auch, dass gute Kritik ein Zeichen von Wertschätzung ist. Manchmal ist es nicht einfach, sie in Watte zu packen – und das muss man ja auch nicht immer.

      Mir geht es schon auch öfter so, dass ich mit Kritik nichts anfangen kann, oder sie persönlich nehme. Häufig antworte ich dann erstmal nicht, lass es sacken und schaue in ein paar Wochen oder Tagen nochmal hin. Dann hat man die Distanz dazu und kann eventuell doch noch Hilfreiche Sachen daraus ableiten. Anstatt sinnlos Energien ins Aufregen oder Traurigsein zu stecken.
      Besonders bei Leuten, die selber nicht gut zeichnen, bei mir aber unglaublich viel kritisieren (kommt vor) tue ich mir schwer. Weil ich dann oft die Kritik wirklich nicht nachvollziehen kann und sie auch nicht mit meinem Weltbild einher geht. Da habe ich große Probleme darauf zu reagieren.
      Soll ich dann sagen: „Wow, danke für die Kritik. Ja, du hast vollkommen recht. Werde ich beim nächsten Mal beachten“ oder „Danke für deine Kritik, leider sehe ich das aber anders. Für mich sind Licht und Schatten sehr wichtig […]“. Oder wie jetzt?

      Also ich kenne auch Foren wo das anders läuft. Wo häufig und viel kritisiert wird und nur bei wirklich guten Werken Lob abfällt.
      Ich denke man muss einfach versuchen sensibel auf das Material und die Person zu reagieren. Positive und Negative Argumente in eine Waagschale bringen, sodass es angebracht ist. Ich würde auch nicht immer kritisieren. Gerade bei Werken, wo man einen starken emotionalen Bezug spüren kann, würde ich mir das sparen.

  3. Schwieriges Thema glaube ich, obwohl man eigentlich mit Kritik rechnen muss. Man geht diesen Deal ja sozusagen ein, indem man einen Blog eröffnet und vieles von sich Preis gibt.

    Ich kann dazu nur irgendwie so wenig sagen, da ich noch nie einen wirklich bösen Kommentar oder Kritik überhaupt bekommen habe, das finde ich gar recht merkwürdig, weil ich dachte das passiert sofort nach ein paar Stunden :D Ich wäre aber dankbar für jegliche Kritik die mich besser macht und die ich umsetzen kann.

    Kritik hört aber glaub ich da auf, wo der Mensch anfängt. Man kann das was er auf seinem Blog präsentiert gerne kritisieren, aber den Menschen an sich oder seine Art oder Aussehen oder sonst was geht da schon zu weit, immerhin kennt man ja nur den Internetauftritt der Person.

    Ich selbst kritisiere aber nicht gerne, ich mag es nicht Leute zu verletzen und kommentiere dann lieber gar nicht, als dass ich (vorallem junge Mädchen) jemanden kränke.

    • Den Menschen zu kritisieren finde ich auch nicht okay – da stimme ich dir vollkommen zu.
      Hast du mittlerweile kritische Leser? :D

  4. Interessantes Thema, haben wir auch immer mal im realen Leben. Ich bin eigentlich ein sehr kritikfähiger Mensch, kann mich damit sehr gut abfinden und es dadurch auch gut verwerten. Wir nennen es daher nur noch „Feedback“, das hört sich positiver an.
    Leider gibt es einfach Menschen, die einfach so vernichtende Kritik geben, die man gar nicht annehmen kann.

    Und so „Fotografen“ kenne ich auch. Ich fotografiere gerne und viel, aber ich nenne mich trotzdem nicht Fotograf ;) Am besten sind die, die wahnsinnig schreckliche Bilder mit ihrer wahnsinnig teuren Kamera machen – mit Automatikeinstellung und keinen Plan von irgendetwas haben. Da lache ich innerlich oft sehr.

    Ich kritisiere schon, aber immer weniger, weils ja eh keiner hören will.. ;)

    • Ja, vernichtende Kritik ist immer unglaublich schwierig. Damit tu ich mir besonders dann schwer, wenn sie (wie leider oft) von Leuten kommt, die selber nicht so fit zeichnen oder fotografieren.

      Ich finde es einfach schade, dass die Fotografie so an Wert verliert (subjektiv). Dass man beim Kamerakauf schon Angst haben muss, weil die 17-jährige von ihrem Papi die Kamera gesponsert bekommt und versucht einen nieder zu machen, weil man >HALBFORMAT< (und nicht Kleinbild) kauft und sie Vollformat - deshalb hätte sie ein Anrecht zuerst bedient zu werden. Kopfschüttel. Head @ Desk. Sich dann noch vom Verkäufer erklären lassen, wie man das Objektiv wechselt.. . :roll:

  5. Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich versuche wenn ich kritisiere sehr vorsichtig zu sein und immer auch positives zu nennen. Dass ich für Kritik angegriffen wurde, habe ich zum Glück noch nie erlebt. Aber wie du schreibst, hängt dies auch wohl auch stark davon ab, auf welchen Blogs man sich bewegt und kommentiert. Ich habe vor etwa einem Monat selbst einen Artikel zum Thema Kritik geschrieben. Ich hoffe es ist oke hier den Link zu posten, anstatt alle Argumente zu wiederholen.
    http://www.glueckssplitter.ch/?p=1391.

  6. Kritik, die vernünftig geäußert wird, finde ich vollkommen in Ordnung, besonders, da Kritik ja auch häufig inspirierend ist. ^^ Allerdings finde ich es aber nicht nett, wenn man in einem Kommentar nur Kritik äußert; das findet ja niemand nett. Natürlich gibt es Leute, die mit keiner Art von Kritik umgehen können, auch nicht, wenn diese angebracht ist, aber ich denke, das muss man einfach lernen.
    Kritische Kommentare zu löschen, finde ich aberziemlich feige und eher charakterschwach.

  7. Schönes Foto!
    ~
    Hm, was du beschreibst, kommt mir zu gut bekannt vor. Ich erinnere mich auch an eine ehemalige Bekannte – worum ging es nochmal?
    Irgendjemand hat eine Ihrer veröffentlichten Zeichnungen kritisiert, sie ist daraufhin so abgegangen, hat das ganze Internet nach Zeichnungen desjenigen, der die Kritik geschrieben hat, abgesucht und ihrem Blog veröffentlicht „Jemand, der SO zeichnen, darf MIR nichts sagen“.
    Ich habe wirklich nicht schlecht gestaunt (da ich auch prinzipiell der Meinung bin, Dinge kritisieren zu dürfen, die ich auch nicht besser kann).
    Mich hat auch mal jemand gefragt, ob ich lieber „find ich aber scheiße“ lesen will, als „ist ja schön.“
    Und ja – ich kann mir gar nicht vorstellen, dass irgendjemand von Kritik nicht angetan ist. Aber dem ist so – ich muss noch viel über Menschen lernen. Sehr viel.

    • Oha, das ist ja ne zickige Reaktion. War die noch in den Kinderschuhen gesteckt? o.O
      Ich tu mir zugegeben auch manchmal schwerer Kritik von Leuten zu akzeptieren, die nicht ganz so gut zeichnen – das liegt aber daran, dass diese Kritik dann oft nicht wirklich konstruktiv ist und mit meinem Weltbild irgendwie quer steht. Ich kann mich da dann schlecht hineinversetzen.

      Wenn ich die Auswahl zwischen beiden hätte, würde ich wohl lieber gar keinen Kommentar wollen. Weil beides so gestellt und unwahr wirkt :D

  8. Super Thema, das schon oft diskutiert wurde, aber eben auch immer aktuell ist.

    Ich bin da der Meinung, ähnlich wie der Point, dass man es dazu schreiben sollte, wenn man absolut keine Kritik haben möchte. Ich kann es eben nur beschränkt verstehen, weil ich jemand bin, der sich über angemessene und vernünftig geäußerte Kritik sehr freut. Natürlich freue ich mich auch, einfach nur Lob zu hören, aber auf Dauer nur „Deine Fotos sind sooo toll.“ ist irgendwie auch nichts.
    Zur Weiterentwicklung ist es sehr hilfreich auch mal auf weniger gute Dinge aufmerksam gemacht zu werden.
    Alles was bei guter Kritik meiner Meinung nach zählt, ist zum einen, dass man sachlich bleibt (NICHT: Deine Bilder sind scheiße!) und zum anderen, dass man nicht nur negative Punkte aufzählt, sonder auch dazu schreibt, wo gute Ansätze zu erkennen sind. Ansonsten kann ich mir gut vorstellen, dass es gerade für Jüngere dann sehr enttäuschend wird und die dann auch nicht so dankbar reagieren.

    Was mich nur richtig stört ist eben (wie oben geschrieben) Unsachlichkeit, mit der ich glücklicherweise noch nicht viel (oder gar nicht?) zu tun hatte. Bei so Kommentaren, die ganz offensichtlich nur auf Meckern aus sind, kann ich verstehen, dass man sie löscht bzw. nicht veröffentlicht. Gar nicht mal, weil ich das nicht abkönnte, sondern weil ich es auch respektlos finde und solche Dinge auf meinem Blog nichts zu suchen haben.

    • Hm .. ich glaube ich würde bei so respektlosen Kommentaren versuchen eine Diskussion vom Stapel zu treten. Kann richtig lustig werden.

  9. Hmmm schwieriges Thema. Ich muss zugeben, ich war lange Zeit absolut kritikunfähig und das weiß ich auch selbst. Ein totaler Narzisst bei dem das eigene Weltbild bei Kritikäußerungen gehörig ins Schwanken gerät. Aaaaber man kann ja an allem arbeiten und inzwischen merke ich einfach selbst, Kritik bringt einen vorallem weiter. Eben so lange siekonstruktiv ist. Ich finde man darf gerne Kritik äußern, am besten im Zusammenhang mit Verbesserungsvorschlägen, denn nur so bringt sie ja wirklich was. Ein einfaches „das sieht scheiße aus“, ist eben auch einfach ein Scheisskommentar. Genauso wie einen auch ein „das sieht super aus“ eigentlich nicht weiterbringt. Aber ich denke, es wäre ne Lüge zu sagen, dass diese positiven Kommentare eben nicht erfreulich. Ich persönlich bin vorsichtig bei Kritikäußerung, da ich eben niemanden verletzen möchte. Ich lüge nicht, wenn mir etwas nicht gefällt, verpacke meine Kritik aber schon immer sehr freundlich.

    • Finde ich sehr sympathisch :)
      Sensibilität diesbezüglich ist sicher nicht falsch, weil bestimmt nicht selten mal stärkere Emotionen hinter den Bildern stecken.

  10. Hey, kann nur zustimmen, ist ein wichtiges, schwieriges und aktuelles Thema.

    Ich wünsche mir viel mehr Ehrlichkeit. Bei mir an der Uni wurden Leute mit komplett verfehlten Designs, Quelltexten und Marketingansätzen durchgewunken von manchen Professoren und die meisten Studenten haben in Präsentationen auch nichts gesagt. Vielleicht habe ich mir mit meinen unangenehmen Fragen nicht immer Freunde gemacht, aber wurde doch gelobt, dass sich überhaupt mal Jemand interessiert.
    Das ist im Internet natürlich anders, bei Menschen die es gewohnt sind von ihrer Herde nur Honig ums Maul geschmiert zu bekommen.

    Ich sage nur Eric Fish – Ehrlich will ich bleiben und erkläre hier, dass ich für Kritik jeder Art offen bin.

    (Wir müssen dieses notify per email plugin mal zusammen lokalisieren, ich benutze das auch)

    • Das ist ja ein gutes Zitat! Ich finds super, dass du dich traust aus der Gruppe hervorzutreten und das mit unangenehmen Fragen :)
      Bringt die Welt weiter!

      (Schreib mich mal an wegen dem Plugin ^^‘)

  11. Ich mag Kritik und nehme sie, wenn sie denn konstruktiv ist, auch gerne auf. Dann wird selbst reflektiert und geschaut, ob die Kritik berechtigt ist und ob sich dann was ändern muss oder on es eben so bleibt. Vollkommen normaler Prozess – bei mir. Ich bin da auch niemandem böse. Aber ich hinterfrage gerne. Daher müssen sich Kritiker auch erklären. Auch auf Nachfragen hin. Und an diesem Punkt kann man dann auch schon mal ein „Kannst keine Kritik vertragen, wa?“ kassieren, auch wenn man eigentlich nur interessiert ist.

    Ich selbst kritisiere auf gerne. Vor allem in Sachen Politik, Zeitgeschehen etc kann ich manche Meinung nicht einfach so stehen lassen. Das sind aber auch Dinge, wo ich mich auskenne. Wo ich ein wenig zu Hause bin. Gleiches gilt für Themen wie Theologie, Geschichte etc. Das ist eben das, was mich täglich umtreibt.

    Allerdings kritisiere ich niemals etwas, was ich selbst nicht gut hinbekommen würde. Klar sage ich, ob mir was gefällt oder nicht, aber Kritik in Form von „Da musst du nachbessern und da auch“ kommt dann nicht über meine Lippen, weil ich es selbst nicht besser könnte.

    Zum Beispiel Fotografin, weil Spiegelreflexkamera… jeder kann sich nennen, wie er oder sie will… ob ich das dann so sehe, ist eine andere Frage. Und ob ich das dann nach außen kommunizieren muss, kommt auf den betreffenden Fall an.

    Aber Kommentare im Blog, die kritisch sind, würde ich nie löschen… aber kommt bei mir auch (vielleicht) viel zu selten vor, dass da was kritisches kommt. ^^

    So… das war’s für den Moment :D.

    • Ich finds schade, wenn man auf Nachfragen so blöde Kommentare vom Kritiker bekommt.

      Politik und Zeitgeschehen – da mitzureden ist unglaublich wichtig und ich beneide jeden, der da eine feste Meinung hat. Gerade was die Politik betrifft bin ich dezent schwach.

      Ich denke, dass man schon auch Kritik ausüben kann, wenn man etwas nicht besser könntet. Man muss es dann nur anders formulieren, damit klar wird, dass es nur ein Vorschlag ist und nicht ein „das musst du so machen“. Mit sowas kann ich dann nämlich auch nicht umgehen.

  12. Kritik ist wichtig. Nur so weiß man, ob bzw. wie man sich verbessern kann. Ich bekomme kaum Kritik zu meinen Fotos, dabei würde ich es mir wünschen. Andererseits kritisiere ich so gut wie gar nicht, zumindest negativ, da ich von vielen Sachen eh nicht viel Ahnung habe. Ich kann nur sagen, dass mir etwas gefällt, wie deine Zeichnungen zum Beispiel, aber da ich selber nicht zeichnen kann, kann ich keine Verbesserungsvorschläge etc. geben. Auch bei Fotos ist das so. Gut, ich will nicht sagen, dass ich absolut kein Talent dafür habe. ;) Aber von der Technik hab ich kaum eine Ahnung (eigentlich schlimm genug, denn ich bin der Meinung, dass man zum Rumknipsen keine teure DSLR braucht… ;)).
    Negative Kritik zu geben traue ich mich aber auch gar nicht. Auch im „echten“ Leben bin ich, was das betrifft, zu schüchtern. Und im Internet ist es ja noch krasser, da hier ja viele negative Kritik direkt als Beleidigung auffassen.

    Generell ist mir aufgefallen, dass viele bekannte Blogs eigentlich nur positives Feedback bekommen. Entweder traut sich dann keiner, etwas negatives zu sagen oder es gibt einfach nichts auszusetzen (wobei ja niemand perfekt ist).

    Also: Kritik ist bei mir herzlich willkommen und wird auch nicht gelöscht!

    • Ich glaub gerade bei Fotografie wird wegen der großen Masse kaum noch kritisiert. Da muss man schon in besondere Communities gehen.

      Das mit den bekannteren Blogs ist mir auch aufgefallen – aber es ist halt einfach so, dass man wenn man anderen Honig um den Mund schmiert, die Chancen höher sind, einen Gegenbesuch zu bekommen.

  13. Mh, ein interessantes Thema… hab mir da neulich auch Gedanken drüber gemacht, dass mir das Internet bzw. der Teil der Blogosphäre und Netzwerke, in den ich mich so herumtreibe, zunehmend wie eine oberflächliche Herzchen- und Daumen hoch-Gesellschaft vorkommt.
    Wie lange dauert es, ein „Ohh, das sieht ja mal wieder toll aus!!“ zu tippen – und wie lange, eine begründete Kritik abzugeben? Klar, Kritik ohne Hand und Fuß tut einfach nur weh und ein schnödes „Find ich scheiße“ hilft keinem weiter. Also setzt man sich stattdessen hin, sammelt seine Gedanken und macht sich die Mühe, konkrete Punkte aufzuführen, die einem nicht so zusagen, und bringt ein paar Verbesserungsvorschläge an.

    Aber das dauert eben seine Zeit… und ich muss zugeben, dass ich da selber manchmal auch nicht besser bin. Einfach so, ohne etwas zu sagen, den nächsten Artikel im Feedreader anzuklicken, fühlt sich nämlich auch irgendwie blöd an. Ich denke dann immer daran, wie viel Herzblut der- oder diejenige in ein Foto o. Ä. hat einfließen lassen und wie frustrierend es ist, wenn dann so gar keine Reaktionen kommen. Und da schreibe ich dann manchmal auch nur kurz, was mir gefällt, statt ausführlicher, was mir nicht gefällt. Hmmm.

    • Ich kann dir da natürlich voll und ganz zustimmen, wobei ich nicht krampfhaft jeden Beitrag kommentiere. Meistens kommentiere ich nur jene Beiträge die mir gefallen, oder wo ich das Gefühl habe mein Input könnte der Person etwas bringen. Natürlich ist es immer wieder unterschiedlich, aber meistens ist es schon so.

      Mir ging es unter anderem ja auch darum, dass viele Blogger Kritik gar nicht mehr annehmen können, sondern sie einfach direkt löschen oder sich zu sehr daran stören. Das finde ich einfach ziemlich schade und ich muss gestehen, dass ich mich auch schon von Blogs deshalb getrennt habe. Oder dort einfach nicht mehr kommentiere.

      Für mich sind Blogs mehr als Artikel und Inhalte von sich online-stellen. Wenn jemand dafür Bestätigung braucht, würde ein Tumblr-Blog oder ein Like-Button statt der Kommentar-Funktion ja locker ausreichen. Kommentare, Vernetzung und Kommunikation/Interaktion miteinander machen Blogs (neben schönen individuellen Beiträgen) für mich aus ^^

      (Übrigens: bist du über meine neuen tollen Sidebar-Links (Interessantes & Projekte) hier gelandet? *.*)

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