Soll ich mir ein schlechtes Buch kaufen? [Blogtalk zu Rezensionen]

Als meine letzte  Rezension online ging, die wieder sehr positiv ausgefallen ist, dachte ich: „Mist. Soll ich mir ein schlechtes Buch kaufen?“

Eine Sache der Glaubwürdigkeit

Ich frage mich, wie glaubwürdig meine Rezensionen sind, wenn sie doch meistens positiv ausfallen. Es sind wirklich wahnsinnig tolle Bücher und Produkte, die ich in letzter Zeit testen durfte! Aber manchmal würde ich gerne etwas in Grund und Boden schlecht reden. Das macht nämlich auch Spaß.

Früher habe ich noch mehr Romane rezensiert. Darunter befanden sich immer mal wieder schlechtere Exemplare. Die Gründe, weshalb ich kaum noch Romane hier vorstelle, sind vielschichtig. Hauptsächlich finde ich, dass solche „normalen“ Bücher-Rezensionen nicht unbedingt zu meinem Blog passen, während Kreativbücher einfach meine Leidenschaft geworden sind! Weitere Gründe folgen unten.

Tatsache ist jedoch, dass ich kaum schlechte Kreativbücher kenne. Ich besitze einige Bücher, die ich zu Geburtstagen geschenkt bekommen oder mir selbst gekauft habe. Jedes hat seinen Reiz. Der einzige Fehlgriff war „Picture Perfect for Social Media“, das mich nicht wirklich inspiriert hat. Deswegen ist es aber sehr schnell wieder verstaubt. Denn Bücher, die mir nicht gefallen, lese ich nicht zu Ende.  Ich bin keine Kämpferin was das Lesen von wirklich schlechten Büchern betrifft. Auch gute Bücher lese ich nicht zu Ende, wenn ich zwischendrin vor Lauter „dieses und jenes“ vergesse, das ich sie besitze. Da ist die gewisse Verbindlichkeit, die ich durch Rezensionsexemplare habe durchaus ein Vorteil für mich. Letztlich kann ich aber keine Rezensionen über Bücher schreiben, die ich mir nicht genau angeschaut habe.

Eine Sache der Zeit

Würde ich mich jetzt aber durch ein mieses Buch quälen wäre das nicht nur unglaubliche Seelenqualen für mich (ein bisschen Übertreibung schadet nie!), sondern es würde mir auch viel Zeit „stehlen“, die ich gut anders investieren könnte.

Eine Sache des Budgets

Was Bücher betrifft bin ich tatsächlich etwas knausrig und seit ich wieder eine Bücherei-Karte besitze, kaufe ich noch weniger Bücher. Wenn ich 15€ in der Hand halte und überlegen muss zwischen „tolles Aquarellpapier“ und „hübsches Buch“, dann investiere ich aktuell lieber in das Papier. Es gibt Bücher, die stehen schon seit zwei Jahren und mehr auf meiner Amazon-Wunschliste („Color and Light: A Guide for the Realist Painter“ ist so eines). Manchmal schaffen sie es in den Warenkorb, aber viel zu oft ist das Ende des Geldes vorm Ende des Monats erreicht und dann werden solche Investitionen aufgeschoben. Als Künstler hat man es diesbezüglich nicht leicht – das wurde mir erst wieder bewusst, als ich überschlagen habe, was hier in meinem Zimmer so unscheinbar rumliegt.

Letztlich  ist es natürlich eine Sache der gesetzten Prioritäten. Manche kaufen gerne Schuhe, andere lieber 10 verschiedene Farben der selben Farbgruppe. Weil jeder doch so anders gleich ist! (Wusstest du, dass das menschliche Auge besonders gut darin ist, Grüntöne zu unterscheiden?)

Eine Suche ohne Suchbegriff

Deswegen habe ich bisher noch nicht aktiv nach schlechten Büchern gesucht wink Ich würde jetzt ja gerne schreiben: „Für Empfehlungen bin ich immer offen“, aber naja. Das wäre irgendwie gelogen.

 

Findest du meine Rezensionen gut, auch wenn es wenig „schlechte“ Bücher gibt, oder ist gerade das ein Qualitätsmerkmal?

Du hast auch einen Blog? Wie handhabst du das mit den Rezensionen?

Dieser Beitrag wurde am 25. Oktober 2015 um 16:43 aktualisiert

Melanie

Farben, die sich zu Bildern fügen - das ist meine Leidschaft. Illustration, Malerei oder Fotografie, aber auch die Natur, Bücher und Tee gehören zu den Dingen, die mich bewegen.

6 Comments

  1. Ich schreibe auch Rezensionen, wenn mir das Buch nicht gefallen hat. Das kommt häufiger vor und natürlich schreibe ich dann auch, dass es mir nicht gefallen hat und warum.
    Aber es kann ja auch sein, dass man tatsächlich nur gute Bücher liest! Wenn jemand anderes das Buch nicht gut findet, ist das eben der persönliche Geschmack.

  2. Eine Zeit lang kam zu jedem gelesenem Buch eine Rezension online, jedoch fragte ich mich irgendwann selbst: Warum soll ich ein Produkt was ich doof finde vorstellen.
    Seitdem kommen nur noch positive Buchvorstellungen online, die ich auch so empfehlen würde.

    Meine letzten Rezension war per Exemplar und von daher sozusagen die Rezension die Gegenleistung. Von daher auch online.

    Geschmäcker sind verschieden, von daher kann ich dir auch nichts empfehlen XD

  3. Ich mag deine Rezensionen total gerne, weil sie detailliert und gut begründet sind.
    Weil du immer genau sagst, was du an dem Buch magst, finde ich nicht, dass es unglaubwürdig wirkt, aufgrund der Tatsache, dass die Rezensionen so oft positiv ausfallen.

    Liebe Grüße

  4. Ich gebe zu, ich habe mich bei deiner letzten Rezension bei dem Gedanken „irgendwie sind alle Rezensionen immer positiv“ ertappt. ;)

    Ich kann natürlich verstehen, dass du keinerlei Lust hast, dich durch ein schlechtes Buch zu kämpfen – hätte ich auch nicht. Doch ich finde, genau diesen Eindruck, darfst du ruhig auch verpacken. Ein Buch, dass so mies ist, dass du es nicht bis ans Ende des Buches geschafft hast, wollen andere vllt. auch nicht lesen und können sich die Enttäuschung ersparen. Natürlich solltest du dazu einfach vermerken, dass du das Buch aus den jeweiligen Gründen eben nicht bis zu Ende gelesen hast.

    Bei Sachbüchern rund um Kreatives finde ich es ohnehin immer schwierig, ein Buch wirklich linear von vorn nach hinten durch zu lesen. Ich schaue viel lieber punktuell hinein, wenn mich etwas interessiert oder gerade zu einer Idee passt, die ich umsetzen will. :)

  5. Ich kontrolliere nicht, ob Menschen in ihren Rezensionen nur gute oder nur schlechte Bücher bearbeiten. Wenn mich ein Buch interessiert, möchte ich wissen, ob sich der Kaufpreis lohnt. Das heißt für mich auch, dass ich ein Buch nicht kaufen würde, obwohl du es in den Himmel lobst, wenn es einfach nicht das ist, was ich suche. Soll heißen: Schreib deine ehrliche Meinung und wenn es zurzeit nur tolle Bücher sind, dann ist das doch nur gut für dich! :-)

  6. Ich hab generell zum Glück ein recht gutes Händchen, was die Buchauswahl angeht. Auch wenn ich mal was Neues ausprobiere, bin ich selten total enttäuscht. Aber ich gehöre auch zu denjenigen, die ein Buch wirklich bis zum Ende durchlesen. Egal wie schlecht es erscheint. Ich hatte nämlich auch schon mal den Fall, dass ein Buch bis zum Ende hin echt nicht gut war, dann aber doch noch die Kurve gekriegt hat. Und die darauf folgenden Bände waren dann wirklich fesselnd…
    Ich versuche einfach immer nach dem Inhalt zu gehen und zu schauen, ob mich der anspricht. Meistens weiß ich dann ganz gut, ob wir Freunde werden oder eben nicht. Rezessionen können ja echt in die Irre führen, gerade weil es so viel unterschiedliche Meinungen gibt.

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