Wenn diese Hand nicht malt

… dann (be)male ich diese Hand.

Ganz so abstrakt ist das Verhältnis zu meinem Körper dann doch nicht – dennoch war dieser Satz das, was mir durch den Kopf ging, als ich die Idee dazu hatte, diese Fotos zu machen.

Unter einem wirklichen „kreativ“ leide ich eigentlich sehr selten. Hauptsächlich habe ich ‚Motivationsprobleme‘. Ich habe Ideen über Ideen, von denen ich die wenigsten überhaupt mit Skizzen festhalte, die meisten mit Sätzen. Meine Skizzen sind auch voller Wörter – damit ich später auch noch weiß, was das Gezeichnete darstellen soll. Blöd nur, dass ich mit der Lesbarkeit der Wörter selbst oft die meisten Probleme habe.

Ein Motivationsproblem habe ich immer genau dann, wenn ich eigentlich kreativ sein möchte, aber mich nicht dazu aufraffen kann. Wenn der Malkasten einen Handgriff hinter mir plötzlich viel zu weit weg liegt und das mit einer stoischen Ruhe. Ganz schlimm wird das Motivationsproblem, wenn mir dazu noch laufend neue Ideen einfallen und ich aber im Hinterkopf noch die vielen alten Ideen und Projekte habe. Das ist dann die klassische Pattstellung. Der Moment, wo weder das eine, noch das andere eine Option ist.

Diese Fotoserie dient für mich dazu, mein Verhältnis zu meinen Bildern, meinem Schaffen aufzulockern. Wenn die Hand mal nicht mag (im übertragenen Sinn!), dann ist das auch okay – dann wird eben die Hand bemalt.

Übrigens ist es immer iweder ein interessantes Gefühl, wenn Farbe auf der Hand trocknet. Bei Aquarell oder speziellen Theaterfarben ist das Gefühl bei weitem nicht so stark, wie bei Acryl. Trotzdem.

Das Resultat ist übrigens ansehnlicher als ich dachte. Damit möchte ich noch weiter arbeiten.

Dieser Beitrag wurde am 21. Juni 2015 um 22:54 aktualisiert

Melanie

Farben, die sich zu Bildern fügen - das ist meine Leidschaft. Illustration, Malerei oder Fotografie, aber auch die Natur, Bücher und Tee gehören zu den Dingen, die mich bewegen.

15 Comments

  1. Ich kenn das nur zu gut. Ich habe immer Ideen im Kopf und will alles machen, aber manchmal kann man sich einfach nicht aufraffen, besonders bei größeren Projekten. Ich wollte auch schon so oft Fotos im Regen machen, aber wenn dann genau der richtige Zeitpunkt da ist, dann denkt man nur noch „Da raus? Bäääh, ich geh ins Bett.“. Oft habe ich es aber auch, dass ich etwas schaffen WILL, aber nicht kann. Es gibt Tage, da mag mir einfach nichts gelingen und das, was ich sonst für total einfach halte, geht völlig in die Hose. :D

    Ach, und die Hand sieht schick aus. Ich habe mal mein Gesicht mit Ölfarbe bemalt, nachdem ich mein Landschaftsbild fertig hatte. Ich war ein blauer Wicht. Und ich fand es witzig… die Waschbecken und die Dusche eher nicht so. :D

  2. Ich versteh dich nur zu gut – mir gehts sehr oft genauso :/
    Dein neues Blog-Layout ist übrigens sehr hübsch. Gefällt mir besser als das Alte :)
    Alles Liebe, Christina

  3. Sehr krasses Obst. Ich finde es total klasse, wie vorbehaltlos du dich selber anmalen kannst. Das klingt jetzt wahrscheinlich reichlich schräg.^^
    Bei mir ist so eine bunte Hand automatisch Beiprodukt des Malvorgangs – zumindest wenn ich mit Acryl in größeren Formaten arbeite; und, nun ja, nicht sooo bunt. ^^

    Es hat mich übrigens eine ganze Weile gekostet, bis ich bemerkt habe, warum dein erstes Bild „Splash“ heißt. Als ich es herausgefunden hatte, war ich dann erstmal mit Staunen beschäftigt. Ich finde es ja schon total schön, wenn jemand Wasser schön einfrieren kann. Aber mit Farbe, ehrlich supercoole Aktion. Mehr!^^

    • „Sehr krasses Obst“ – :D Du meine Güte. Wo lernst du immer solche Ausdrücke kennnen?

      So krass bunt wird deine Hand beim malen – ahja, du gibst es ja selber zu.. nicht ganz SOO bunt. Also im Anmalen bin ich ja geübt. Bevor ich Theaterschmincke besessen habe, habe ich auch mal meine ganze Hand mit schwarzer Acrylfarbe angemalt. Sehr interessant! Oder mein Gesicht mit Aquarellfarben.

      Ja, die Tropfen waren wirklich schwer zu fotografieren. Ständig musste ich mit der Angst leben, ein Farbtropfen würde direkt in die Linse fliegen. Was in anbetracht des Zustandes vom Zimmer danach (Wand, Boden – vom Tisch reden wir nicht) durchaus berechtigt erscheint.

      Definitiv und gerne mehr!

  4. Heute erst habe ich noch gesagt „ich habe soviele Ideen aber einfach überhaupt keine Lust, irgendwas davon umzusetzen.“ Ich bekomme diese tausenden Bilder nicht aus meinem Kopf. So ein Mist.
    Aber ich möchte nochmals erwähnen: Die Schärfe ist sowas von Genial! Oh man!

  5. ich bin begeistert. und die pattsituation kenne ich. beim malen nicht, das kann ich leider nicht, aber bei vielen, vielen anderen dingen.

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